Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) ermöglicht es mehreren Parteien, lokal erzeugten Strom gemeinsam zu nutzen, meist aus einer Photovoltaikanlage im oder beim Gebäude.
Der ZEV tritt dabei als ein einziger Kunde gegenüber dem Verteilnetzbetreiber (VNB) auf und verfügt über nur einen Netzanschlusspunkt. Innerhalb des Zusammenschlusses erfolgt die Verteilung über eine private Messinfrastruktur, wodurch Tarife und Abrechnung intern organisiert, werden können. Dieses Modell schafft eine effiziente Nutzung von Solarstrom und erhöht die Wirtschaftlichkeit von Energieanlagen deutlich.
Vorteile
Ein ZEV senkt die Stromkosten, da lokal erzeugte Energie direkt vor Ort genutzt wird. Die Einnahmen aus dem Stromverkauf bleiben im ZEV und sorgen dafür, dass sich die PV-Anlage schneller bezahlt macht.
Durch den gemeinsamen Netzanschluss wird nur ein Zähler beim VNB benötigt, was zusätzliche Kosten reduziert. Zudem sorgt die interne Messung für Transparenz und ermöglicht eine flexible Tarifgestaltung.
Zu beachten sind die Anfangsinvestition in die Messinfrastruktur sowie die gesetzliche Begrenzung des Strompreises für den lokal produzierten PV-Strom auf maximal 80 % des VNB-Tarifs.
Akteure
Im ZEV arbeiten drei Parteien zusammen, die jeweils unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die Eigentümergemeinschaft (ZEV) organisiert den Betrieb und legt fest, wie der Strom intern verteilt und verrechnet wird. Ein Messdienstleister kümmert sich um die Technik, also die Zähler, die Datenerfassung und je nach Modell, auch um die Abrechnung.
Der Verteilnetzbetreiber (VNB) stellt den Anschluss ans Stromnetz sicher und misst den gesamten Strom über den Hauptzähler.
Erklärvideo
In diesem Video erklären wir verständlich, wie ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) aufgebaut ist und wie Messung, Abrechnung und Zahlungsfluss transparent und effizient funktionieren.
Messen und Abrechnen
Damit ein ZEV funktioniert, muss genau gemessen werden, wer wie viel Strom produziert und verbraucht. Jede Wohnung und alle wichtigen Verbraucher wie z. B. Allgemeinstrom oder Wärmepumpen bekommen deshalb eigene Zähler. Diese gehören zur internen Infrastruktur des ZEV.
Zusätzlich misst der VNB über einen Hauptzähler, wie viel Strom insgesamt ins Gebäude hinein- oder hinausfliesst. So ist klar getrennt, was intern genutzt wird und was aus dem Netz kommt. Die Messdaten werden automatisch und regelmässig erfasst. Dabei wird unterschieden, ob der Strom aus der eigenen PV-Anlage stammt oder aus dem Netz bezogen wurde. Anschliessend werden die Daten in der EApp von Enertecht aufbereitet und für Auswertungen sowie für die Abrechnung genutzt.
So bleibt jederzeit nachvollziehbar, wer wie viel verbraucht hat und die Kosten können fair verteilt werden.
Rechnungstellung und Inkasso
Die Abrechnung im ZEV kann unterschiedlich organisiert werden. Häufig übernimmt ein externer Dienstleister diese Aufgabe. Er erstellt die Rechnungen auf Basis der Messdaten, verschickt sie an die Teilnehmer und überwacht die Zahlungseingänge.
Die eingehenden Zahlungen werden gesammelt und später an den ZEV weitergeleitet. Gleichzeitig erhält die Eigentümergemeinschaft einen Überblick über alle Einnahmen und offenen Beträge.
Alternativ kann die Abrechnung auch durch die Verwaltung oder direkt durch den ZEV erfolgen. In diesem Fall bezahlen die Teilnehmer ihre Stromkosten direkt an die Eigentümergemeinschaft. Die Messdaten kommen weiterhin vom Dienstleister.
Zusätzlich stellt der Verteilnetzbetreiber dem ZEV den Strom aus dem Netz in Rechnung. Diese Kosten werden aus den Einnahmen gedeckt.
Am Ende sieht man klar, wie sich das Ergebnis zusammensetzt: Einnahmen aus dem Stromverkauf minus Kosten für Netzstrom und Dienstleistungen.
Aufteilung von PV-Strom im ZEV
Der produzierte Solarstrom wird im ZEV automatisch nach dem aktuellen Verbrauch verteilt.
Grundsätzlich gilt: Der Strom aus der PV-Anlage wird zuerst im Gebäude genutzt. Wenn genug produziert wird, können alle Teilnehmer davon profitieren. Überschüssiger Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Wenn hingegen weniger produziert wird als verbraucht, wird der vorhandene PV-Strom anteilig auf die Teilnehmer aufgeteilt. Der restliche Bedarf wird aus dem Netz gedeckt.
So wird möglichst viel eigener Strom genutzt und der Bezug aus dem Netz reduziert.
